
Mancher Blick fiel schon auf das hoch über Erlabrunn, auf luftiger Höhe des Volkenberges, thronende Kirchlein. Die Erlabrunner sind stolz auf „ihr“ Käppele, die Wallfahrtskapelle Maria Hilf über dem Maintal auf dem Plateau des Volkenberges, ein einfacher, rechteckiger Kapellenbau mit Zwiebeltürmchen 1875/1876 erbaut. 1908 wurde die Kapelle der Kirchenstiftung St. Andreas übereignet.
Fachwerkhaus von 1604, saniert 1990/91
Zellinger Straße 5
Fachwerkhaus von 1762, saniert 2006. Denkmalschutzpreis 1989 erhalten
Würzburger Straße 16
Fachwerkhaus von 1611, saniert 1974 und 1994
Würzburger Straße 34
Fachwerkhaus von 1567, saniert 2005/2006
Würzburger Straße 5
„Lebensbaum“ in der Flurlage „Mehle“
umgeben von Weinbergen mit herrlichem Blick in das Maintal
Erreichbar über die Volkenbergstraße, bequemer Fußweg von ca. 15 Minuten.
Gartenmauer mit Immaculata-Figur des 18. Jh. und Wegaltar, bez. 1803
Zellinger Straße 1
Dorfbrunnen, umgestaltet 2005
in der Ortsmitte
Pfarrkirche St. Andreas
eine erste Kirche wird im Jahr 1381 erwähnt. Sie ist dem hl. Apostel Andreas geweiht.
Der heutige Kirchenbau wurde im Jahre 1657 konsekriert.
1967 wurde das Innere umgestaltet und 1983 renoviert.
Meisnerhof, erbaut: unbekannt
umgebaut 1672 durch Hr. Andreas Meisner, kpl. saniert 1989 bis 2001
Mainleite 1
(Familie Kempf hat 1998 den Bayer. Denkmalschutzpreis erhalten)
Altes Zehnthaus von 1566, saniert 1999/2000
Würzburger Straße 7

wurde 2001 saniert
So. 09.00 Uhr
So. 10.30 Uhr.

Die erste Kirche Retzstadts stand am Hönig oder Roth, davon sind keine Spuren mehr zu finden. Vom zweiten Kirchenbau sind heute noch 2 Bauteile vorhanden. Der Kirchturm und das “Romanische Portal” am Kirchenaufgang zeigen, dass dieses Gotteshaus früher tiefer lag.Die jetzige barocke Pfarrkirche wurde von 1726-1730 erbaut, im Inneren eine Barockausstattung auf Grundlage von Plänen Balthasar Neumanns: Das Kreuz in der Mitte des Hochaltars - erbaut von Schreinermeister Uhl aus Stetten - ist flankiert (von links nach rechts) von St. Michael, St. Petrus, St. Paulus und St. Georg. An den Seitenwänden des Chores sind zwei spätgotische Figuren angebracht (früher in der Kreuzkapelle): links St. Wolfgang mit Bischofsstab und Kirche, rechts der Winzerpatron Urban mit Weintraube und Papstkreuz. Das Gemälde an der linken Chorwand stellt die Kreuzerhöhung durch die hl. Helena dar, über dem Chorbogen prangt das Wappen des Fürstbischofs Friedrich Karl von Schönborn, der zur Zeit des Kirchenbaus regierte (1729-1746).
Noch eine Besonderheit: Die Monstranz stammt nach neuesten Forschungen aus der Werkstatt des berühmten Augsburger Silberschmieds Caspar Xaver Stippeldey, gefertigt im Jahr 1793. Die Gemälde der Seitenaltäre, St. Sebastian und Mariä Verkündigung, sowie die Deckenbilder im Chor, St. Andreas umgeben von den vier Evangelisten, malte Sebastian Urlaub aus Thüngersheim. Noch hingewiesen sei auf die Rokokokanzel mit vier Evangelisten, eine Madonna mit Kind, eine Statue des hl. Andreas an den Wänden des Kirchenschiffs, eine von J. Spruß geschnitzte Holztafel zur Erinnerung an die Gemeindemission 1990 über dem Eingang zum Glockenturm, eine ungewöhnlich große Empore und die zweimanualige Orgel aus der Orgelbauwerkstatt Weiß (Zellingen).An der Außenfront über dem Hauptportal befindet sich in einer Nische eine Sandsteinfigur des hl. Andreas.
Vier- bzw. fünfgeschossig, romanische Bögen, 2. Hälfte des 12. Jhdts., 4 Glocken, die größte und älteste aus dem Jahr 1408 (oder 1708?) mit der Aufschrift “fleuch hagel und wind.das.helf.uns.maria.und.ihr.libes.kint”. Die Bonifatius- und Andreas-Glocken stammen aus dem Jahr 1924, die Theresia-Glocke aus dem Jahr 1936.
Die Töne: E Gis H cis ergeben das Motiv “Salve Regina” Zwei besondere “Läutesitten” gibt es in Retzstadt :- “Ausläuten”: Nach dem Gottesdienst wird der Name des Verstorbenen verkündet, während der 3 Vater Unser läuten dann die Glocken in folgender Reihe: - für einen in Retzstadt Verstorbenen: 2. Glocke, gesamtes Geläut, - für einen Retzstadter, auswärts verstorben: 2. Glocke - gesamtes Geläut - nochmals 2. Glocke- doppelter Stundenschlag, damit die Bauern auf den weit entlegenen Feldern die Uhrzeit durch ein zweites Mitzählen zuverlässig bestimmen konnten.
Am Treppenaufgang zur Kirche: Kreuzschlepper, 1731
Romanisches Portal: Ehemaliger Eingang zur zweiten Kirche, verziert mit Palmettenornamenten und phantastischen Tierfiguren, die zur Abwehr der bösen Geister dienen sollten.
Die Kreuzkapelle ist erbaut auf einer viel älteren, zwei Meter tiefer liegenden Kapelle, die um 1250 errichtet wurde. 4 Hochwasser sind an Schlammschichten nachzuweisen, nach dem zweiten Hochwasser wurde die Kapelle um 1400 aufgelassen und zerfiel.
Zwischen 1400 und 1470 wurde dann die Kapelle wie das sogenannte „Dörflein“ durch einen Erdrutsch völlig zerstört. Der 1480 wieder neu errichtete Bau (Wappen des damaligen Fürstbischofs Rudolf II. von Scherenberg heute über dem Chorbogen) wurde wegen Baufälligkeit 1750 abgerissen und 1753 durch einen einfachen Bau mit eingezogenem Chor ersetzt. 1804 geschlossen, 1807 und 1830 wurden die Bitten der Retzstadter um Wiedereröffnung abgelehnt, im Krieg Übergabe der Glocken (siehe: „Gefährliche List“), vermutlich erst ab 1954 wurden hier wieder Gottesdienste gefeiert (bis 1963 monatlich ein Gottesdienst), seither mehrfach renoviert, zwei neue Glocken wurden wieder beschafft.
Fachwerkhaus “von Hoeren”: Traufseithaus mit einem mittelalterlichen Gewölbekeller, ehemals freistehend, massive meterstarke Außenmauern, Grundstein mit der Jahreszahl 1556, Fachwerk im Obergeschoss zeigt mittelalterliche Ornamente.
Geschichte: vermutlich ursprünglich ein Verwaltungsgebäude (Zehntabgabestelle?), im 19. Jhdt. bis in die 60er Jahrer des 20. Jhdts. genutzt als Poststelle, Metzgerei und Gasthaus “Zum Löwen”, heute im Besitz des Grafikers und Malers Lothar von Hoeren, der für die Sanierung des Anwesens 1999 die Bayerische Staatsmedaille für besondere Verdienste um die Denkmalpflege erhielt.
Rathaus
"Gestelztes” Haus (hoher Keller), vermutlich Erdgeschoss aus dem 18. Jhdt., oberer Stock 20. Jhdt. (große Fenster!), renoviert 1992, links davon das Haus “Sinder”, heute zum Rathaus gehörig, typische Keller-Rundbogen, Krüppelwalmdach, “Kleinwinzerhaus”, bei dem Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach stattfand.
Haus Züchner: Fachwerkgiebel 17. Jhdt.
(Rathausplatz 6)
Fachwerkhaus Iff: Satteldach, Fachwerk 2. Hälfte 17. Jhdt., Hoftor beschriftet mit der Jahreszahl 1709 (schön restauriert!), davor Goldbrunnen, an neuer Stelle (alter Brunnen war verschüttet), 2000 im Rahmen der Dorferneuerung wieder errichtet. (Goldbrunnenstr. 39)
Fachwerkhaus Warmuth: Halbwalmdach, beschriftet 1611, schönes Fachwerk-Eckhaus, ehemals “Krämerladen” (Goldbrunnenstr. 42)
Eucharistinerkloster: 1992 erbaut unter Verwendung eines Fachwerkgiebels aus dem 18. Jahrhundert, ebenfalls Kellerbögen: ein schönes “Ensemble” mit Rathaus, Kirchentreppe und Kirche! Eucharistiner: Ordensgemeinschaft, vom heiligen Peter Julian Eymard 1856 gegründet, Eucharistie “Mitte und Ziel” des christlichen Lebens, seit 1986 in Retzstadt, zur Zeit 3 Patres. (Rathausplatz 11)
Die verbleibenden Tore sind die Reste der ehemaligen Ortsbefestigung.
Das 1609 erbaute Gebäude besitzt ein Erdgeschoß aus Bruchsteinmauerwerk und ein Obergeschoß aus Fachwerk. Im Scheitel des äußeren Torbogens befindet sich das Wappen des Fürstbischof Julius Echter. In unmittelbarer Nähe zum Zehnthof stehend, erhielt es seinen einstigen Namen. Im Laufe der Jahre wurde diese Bezeichnung von seiner heutigen Benennung Retzstadter Tor abgelöst. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war das Gebäude von der Gemeinde verpachtet und ging schließlich in Privateigentum über. Auch heute befindet es sich noch in Privatbesitz.

Das Torhaus ist zumindest in Teilen das jüngste erhaltene Torhaus. Bezeichnet mit der Jahreszahl 1751 und dem Wappen des Fürstbischof Karl Philipp von Greifenklau, dürfte es in diesem erneuert bzw. an Stelle des Vorgängerhauses neu errichtet worden sein. Der Bürgermeisterrechnung von 1604 und der Gemeinderechnung aus dem Jahr 1723 ist zu entnehmen, dass an das Torhaus ursprünglich eine Schmiede angebaut gewesen sein musste. Teile des Erd- und Obergeschosses mussten 1970 neu aufgemauert werden, da 1965 ein großer US-Lastkraftwagen in der Einfahrt stecken blieb uns schwere Quadersteine aus beiden Torbögen riss. Hierbei wurde das Bauwerk so stark beschädigt, dass die Tordurchfahrt gesperrt werden musste. Beim Wiederaufbau entschied sich die Gemeinde dafür im Obergeschoß eine Weinprobierstube einzurichten. Diese ist an das Weingut Gebr. Geiger jun. verpachtet und wird für repräsentative Weinproben genutzt.

Das Hirtentor (früher Königstor genannt) datiert vermutlich aus dem Jahr 1588. Es ist ein L-förmiges Gebäude mit einem Erdgeschoß aus Bruchsteinmauerwerk und einem Obergeschoß aus Fachwerk. Durch seine beiden rechtwinklig zusammenstoßenden Schenkel führen zwei Tordurchfahrten, eine in die Obere Hauptstraße und die andere in die Plangasse. 1984 wurde das Gebäude umfassend Renoviert und mit sanitären Anlagen im Erd- und einem großen Raum und einer Küche im Obergeschoß ausgestattet. Es steht seit 1982 dem Thüngersheimer Faschingsclub, der es gepachtet hat, zur Verfügung.

Der Bau des heute noch erhaltenen, weitgehend unveränderten „alten Rathauses“ wurde 1581 für die Gesamtsumme von 800 Gulden abgeschlossen. Die Entstehung des über einen Hakengrundriss errichteten, zweigeschossigen Gebäudes erstreckte sich von 1579 bis 1581, wie verschiedene Inschriften zeigen. Über dem Erdgeschoss aus Stein erhebt sich das leicht vorkragende Obergeschoß aus Fachwerk. Die Stirnseiten des Gebäudes sind jeweils mit massiven Treppengiebeln abgeschlossen. Die im Obergeschoss gelegene große Amtsstube zeichnet sich durch eine gut erhaltene Stuckdecke und auffallend viele Fenster aus. Sie wurde schon bei der Erbauung des Gebäudes als Repräsentativraum konzipiert. Als Rathaus genutzt wurde das Gebäude bis zum Jahr 1981. Bereits im Jahr 1959 wurde im Erdgeschoss des Hauses die 800 Bände umfassende Gemeindebibliothek eingerichtet. Nach einer zwischenzeitlichen Verlegung in den Kindergarten, kehrte diese inzwischen mit ihrem auf 3400 Bände angewachsenen Bestand ins alte Rathaus zurück. Sie wurde nun im Obergeschoss eingerichtet, wo sie sich heute noch befindet und in der Ortsbevölkerung großer Beliebtheit erfreut. Auch heute noch ist die Bücherausleihe kostenlos.

Das ursprünglich altdeutsche Wort "Gaden" bedeutet soviel wie "kleines,
einzimmriges Häuschen (Hütte)", "Kammer", "Gemach (besonders zu Wirtschaftszwecken)",
"Verkaufsladen" oder auch "Stockwerk". Damit wäre der ursprüngliche Zweck und auch das
Aussehen der Kirchgaden annähernd definiert. Diese waren zunächst nur für den Ernstfall,
bei Überfall oder Belagerung als Wohn- und Versorgungseinrichtungen in den
Kirchenburgen gedacht. Im Laufe der Zeit wurden sie als ständige Einrichtung z. B. zur
Lagerung der Ernteerträge, als Vorratshäuschen, als Weinlager oder zur sicheren
Aufbewahrung des wertvollsten Besitzes der Ortsbewohner "missbraucht". Über die Nutzung
der Thüngersheimer Gaden sind keine schriftlichen Quellen erhalten. Die einzelnen Gaden
standen im Eigentum verschiedener Familien oder auch der Gemeinde. Meist war das
Besitzrecht an einen Hof gebunden. Sie konnten verkauft, getauscht und vererbt werden. Auch
einzelne Teile, z. B. "1/3 Keller*' oder "daß halbe gaaten", wurden an unterschiedliche Parteien
verpachtet. Bereits 1443 versicherten Michael Ortlieb und Fritz Leichtermut vor dem
Kaiserlichen Landgericht zu Würzburg, daß sie 'das abgrenzt gaden im kirchhof zu
Tungersheini von ihrem verstorbenen Vater Cuntz Leichtermut geerbt hätten, der es von dem
verstorbenen Hans Bayer aus zu dessen Lebzeiten gekauft habe." Der älteste Bau, dürfte
aufgrund seines schwellenlosen Erdgeschosses und den durchgehend angeblatteten
Verstrebungen in beiden Geschossen vor 1500 entstanden sein. Die heute noch erhaltenen
Gaden entlang der Kirchgasse stehen also nur stellvertretend für eine Reihe noch älterer
Bauten. Sie sind, neben der Mauer hinter dem Kirchenchor, das letzte Zeugnis der einstigen
Kirchhofbefestigung.
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Bereits 1223 schenkte Arno von Höchheim die Martinsmühle seinem Müller für treue Dienste. Das Gebäude erlebte viele Besitzerwechsel und auch viele Schicksale, denn „man grub des öfteren das Wasser ab“, was den jeweiligen Besitzer in Bedrängnis brachte. Die Mühle trägt ihren heutigen Namen nach dem Franziskanereremiten Georg Hörde, der hier von 1735-1747 ein Konvertiten-Hospitium leitete. Danach nutze man das Gebäude als Alchimistenküche, Pulvermagazin und wieder als Mühle. Seit 1807 ist das Haus in Privatbesitz.
Eremitenmühlstraße 8
Die Mainlände ist vor allem in den Sommermonaten ein sehr beliebter und belebter Ort, da
hier die Ausflugsschiffe aus Würzburg anlegen. Skulpturen verschiedener Bildhauer sind in den Grünanlagen aufgestellt. Das „Waschschiff“ am Ende der Obe¬ren Maingasse und das Fischerpaar“ an der Unteren Maingasse weisen auf die Bedeutung des Mains für die Veitshöchheimer hin. An beiden Maingassen können an den Hochwassermarken die Pegelstände der letzten Jahrzehnte abgelesen werden.

Um 1730 wurde die Synagoge als Zentrum der bis 1942 in Veitshöchheim ansässigen jüdischen Gemeinde erbaut. Nach der Zwangsübergabe im Jahr 1938 an die Gemeinde Veitshöchheim erfolgte 1940 der Umbau zum Feuerwehr-haus. Nach der Entdeckung zahlreicher Überreste konnte zwischen 1986 und 1994 die ursprüngliche Inneneinrichtung aus der Barockzeit vollständig wiederhergestellt werden. Im Dachboden der Synagoge entdeckte man eine umfangreiche Genisa (Textablage). Wichtige Teile dieser Genisa sind im Jüdischen Kulturmuseum, einem ehemaligen jüdischen Wohnhaus direkt neben der Synagoge, ausgestellt. Sie informieren über jüdische Religion und über die Geschichte der Juden in Veitshöchheim und Franken. Zu besichtigen sind außerdem die ehemalige Wohnung des Vorsängers und ein Ritualbad.
Thüngersheimer Straße 17. Öffnungszeiten von März bis Oktober: Donnerstag 15 - 18 Uhr, Sonntag 14 - 17 Uhr. Außerhalb der Öffnungszeiten und von November bis Februar: nach Vereinbarung. Gruppenführungen nach Voranmeldung bei der Gemeinde Veitshöchheim.
1855 wurde nach Plänen Gottfried Neureuthers der Bahnhof von Veitshöchheim gebaut. Er liegt an der 1854 eröffneten „Ludwigs-Westbahn“, die von Bamberg über Würzburg nach Aschaffenburg führte. Das neue Gebäude, das in unmittelbarer Nähe zum Rokokogarten liegt, mußte zwei wichtige Funktionen erfüllen: einerseits als königlicher Residenzbahnhof, andererseits schon damals als Ausflugsbahnhof für zahlreiche Besucher aus Würzburg. So entstand ein großes Stationshauptgebäude, in dem sich alle wichtigen Räume wie „Cassa“, Wartesaal oder Gepäckraum befanden. In den oberen Stockwerken lagen die Wohnräume der Bediensteten.
Da gelegentlich Besuche des bayerischen Königs und seiner Familie zu erwarten waren, wurde für sie ein eigenes Warte- und Empfangsgebäude, der Königspavillon, errichtet. Das Veitshöchheimer Bahnhofsgebäude gilt in seiner Architektur und Gesamtanlage als einzigartig in Bayern. Heute wird das Gebäude von der Bücherei im Bahnhof und vom örtlichen Jugendzentrum genutzt.
Öffnungszeiten der Bücherei im Bahnhof: Di - Fr 10 - 12 Uhr, Di, Mi, Fr 13 - 18 Uhr,
Do 13 - 20 Uhr, Sa 10 - 13 Uhr.
Der Rokokogarten von Veitshöchheim war einstmals im Besitz der Würzburger Fürstbischöfe und gilt noch heute als einer der schönsten seiner Art in Europa. Seit 1619 wurde der Garten als Jagdgelände, Fasanerie und Park genutzt, bis unter Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim (1755 - 1779) der Rokokogarten in seiner heutigen Form entstand. Im 19. Jahrhundert, als zahlreiche Parks zu „englischen Gärten“ umgewandelt wurden, bleibt der Veitshöchheimer Rokokogarten unverändert.
Zwischen Alleen und heckenumsäumten Wegen eröffnen sich immer wieder neue Ausblicke auf Heckensäle, Lauben, Pavillons, Rondells und nicht zuletzt auf den Großen See mit der Parnaßgruppe – einem Höhepunkt des Parks. Etwa 300 Skulpturen der Würzburger Hofbildhauer Johann Wolfgang van der Auvera, Ferdinand Tietz und Johann Peter Wagner zieren die Anlage. Im Rahmen eines Bildprogramms barocker Vorstellungswelt sind griechische Gottheiten, Personifikationen, Allegorien oder Tierdarstellungen den drei Regionen des Gartens, Wald-, Lauben- und Seenregion, zugeordnet.
Täglich von 7.00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit geöffnet, Eintritt frei.
Das zunächst als Jagdhaus, dann als Sommerresidenz genutzte Schlösschen wurde 1680/82 unter Fürstbischof von Dernbach errichtet und 1749/53 durch Balthasar Neu-mann erweitert. Nach der Säkularisation übernahm 1806 der Herzog von Toscana das Schloss. Ihm folgten 1814 die bayerischen Könige. Im Inneren führt eine von Balthasar Neumann geschaffene Treppe in den ersten Stock zu den Wohnräumen, die weniger repräsentativen Zwecken als vielmehr der privaten Entspannung dienten. Die fürstbischöflichen Wohnräume und die Toscanaräume können besichtigt werden; im Erdgeschoß informiert eine Ausstellung über die Geschichte des Gartens.
Öffnungszeiten von April bis Oktober: täglich außer montags 9 – 18 Uhr. Führungen von 10 – 12 Uhr und 14 – 17 Uhr zu jeder vollen Stunde. November bis März geschlossen.
Der Platz bildet heute den Mittelpunkt des Veitshöchheimer Altorts. Die umliegenden Gebäude wurden einst zur Versorgung der Gäste des Rokokogartens und des Schlosses errichtet.
An der Stelle des Reinstein’schen Wasserschlosses, das 1749 abgerissen wurde, ließ Fürstbischof Carl Philipp von Greiffenclau an dessen Stelle nach Plänen von Balthasar Neumann Küchen- und Nebengebäude für das Hofgar-tenschloß errichten. 1919 wurde in den Gebäuden die „Königliche Lehranstalt für Wein- und Gartenbau“ untergebracht, 1973 erfolgte der Umbau zu einer Gaststätte mit Hotel (zur Zeit wegen Renovierung geschlossen).
An der Stelle des heutigen Rathauses stand ursprünglich ein kleines Schlösschen der Familie Echter, das 1748 abgerissen wurde. Unter Fürstbischof Anselm Franz von Ingelheim stattdessen ein Neubau (Kavaliersbau) zur Aufnahme der Gäste und der übrigen Hofhaltung beim Aufenthalt der Fürstbischöfe in Veitshöchheim. Die Planung erstellte Balthasar Neumann. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier eine Kneippkuranstalt eingerichtet. 1902 bezog die „Königliche Lehranstalt für Wein- und Gartenbau“ die Räumlichkeiten und nutzte diese bis 1968. Seit 1972 ist der ehemalige Kavaliersbau das Rathaus der Gemeinde Veitshöchheim.
Da zusätzliche Unterkünfte und Lehrsäle für die Schüler der Lehranstalt für Wein- und Gartenbau benötigt wurden, errichtet man 1922 den sog. Mittelbau. Heute ist in diesem Gebäude die Frühförderstelle für entwicklungsverzögerte Kinder untergebracht.
Die Pfarrkirche St. Vitus ist dem Ortspatron von Veitshöchheim geweiht. Sie ersetzt einen alten Kirchenbau aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, von dem noch der romanische Turm erhalten ist. Im 17. Jahrhundert ordnete Fürstbischof Johann Gottfried v. Guttenberg (1683-1698) den Neubau an. Das Würzburger Kloster St. Stephan, das bis 1803 die Pfarrer für Veitshöchheim stellte, führte den Bau der neuen Kirche durch. Am 17. Juli 1695 wurde diese eingeweiht. Über dem Hauptportal der Kirche ist das Wappen des Fürstbischofs Johann Gottfried von Guttenberg angebracht.
Die barocke Innenausstattung der Kirche findet ihren Höhepunkt im Hochaltar und den beiden Seitenaltären. Der Hochaltar (1693) zeigt das Martyrium des Hl. Vitus, der rechte Seitenaltar (1715) das Martyrium des Hl. Sebastian. Der linke Seitenaltar (1725) ist der Hl. Bilhildis geweiht. Die heutige Fassung stammt aus dem Jahr 1816. Sehenswert sind weiterhin eine Vierzehnheiligengruppe aus dem Jahr 1714, die Kanzel von 1692, ein Taufbecken mit Figurenschmuck sowie Statuen des Hl. Nepomuk und des Hl. Urban.
Am Kirchplatz. Täglich geöffnet.
Gleich gegenüber der Pfarrkirche St. Vitus wurde 1911 eine neue Schule gebaut. Die Knaben erhielten vorher im Haus neben der Kirche (heute Raiffeisenbank), die Mädchen in einem Haus in der Herrnstraße ihren Unterricht.
Kirchstraße
Der Bildstock mit der Abbildung der Heiligen Dreifaltigkeit wurde 1765 aufgestellt und stammt möglicherweise aus der Werkstatt des Würzburger Hofbildhauers Ferdinand Tietz (1708-1777).
Herrnstraße/Bahnhofstraße.
1613 ließ das Würzburger Kloster St. Stephan in Veitshöchheim ein Pfarrhaus errichten. Die prächtige Renaissancefassade wird von einem Volutengiebel bekrönt. Das Wappenrelief an der Fassade weist auf die Würzburger Fürstbischöfe (oben) sowie das Klosters St. Stephan (unten links) hin. In der Umfassungsmauer ist ein Kreuzigungsrelief erhalten.
Herrnstraße 1.
Der Martinsbrunnen („Märzebrünnle“) ist der älteste Brunnen des Ortes. Das Wasser fließt unterirdisch durch die Gärten und speiste einst die Eremitenmühle und den Großen See des Hofgartens. Seit dem Bau der Kanalisa-tion im Jahr 1922 werden öffentliche Brunnen zur Wasserversorgung nicht mehr gebraucht. Stattdessen entstanden in den letzten Jahren überall in Veitshöchheim neue Zierbrunnen.
Herrnstraße
Unter Fürstbischof J.G.v.Guttenberg wurde 1683 diese Kellerei als Abgabestelle für den Weinzehnt von Zell, Margetshöchheim, Veitshöchheim, Erlabrunn, und Thüngersheim errichtet. Die Kellerei wird heute von der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau genutzt. Das Wappen des Erbauers schmückt den Eingang. Sehenswert ist der alte Gewölbekeller.
Bayer. Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, Herrnstraße 8.
Die Martinskapelle im alten Friedhof ist eine der ältesten Kirchen im Landkreis Wüzburg. Ihre Anfänge liegen im 12. Jahrhundert. 1589 stiftete der Würzburger Domprobst Reichard von der Kehre eine neue Kirche, die die baufällige gewordene Kirche ersetzen sollte. Am 15. September 1591 wurde das neue Gotteshaus eingeweiht. 1975 bis 1978 wurde die Kapelle durch private Initiative renoviert.
Der Flügelaltar im Innern zeigt in der Mitte ein Relief der Hl. Dreifaltigkeit, auf den Flügeln innen Maria und Johannes, außen St. Martin und St. Kilian. Der Stifter selbst ist kniend und betend vor einem Kreuz dargestellt.
Die Martinskapelle ist nur zu besonderen Anlässen geöffnet.
So. 10.00 Uhr
So. 8.00 Uhr